Am 05.02.26 fand im Bürgerzentrum der Stadt Wermelskirchen eine Infoveranstaltung zum aktuellen Stand der Wärmeplanung statt.
Nach dem Wärmeplanungsgesetz sind alle Kommunen verpflichtet ein Wärmeplanungskonzept vorzulegen. Kleinere Kommunen, wie Wermelskirchen bis 2028, die größeren Kommunen bis 2026. Erreicht werden soll mit Hilfe der später geplanten Maßnahmen, dass die Städte bis 2045 möglichst klimaneutral werden, also auf fossile Energien weitgehend verzichten. Wipperfürth, Hückeswagen und Wermelskirchen arbeiten gemeinsam an einem Konzept.
Nachdem Herr Hibst die Veranstaltung eröffnet hatte, stellten Herr Kanski von der BEW und Dr. Möller von der BMU (Fachbüro Energy Consulting) den aktuellen Stand der Wärmeplanung vor. Danach sind Bestandsanalyse und Potentialanalyse abgeschlossen. Das bedeutet, der Bestand der vorhandenen Heizsysteme wurde festgestellt und Möglichkeiten für erneuerbare Heiztechniken wurden in den drei Städten zusammen getragen. Im nächsten Schritt werden Szenarien durchgespielt, die einerseits die Wärmeversorgung gewährleisten und andererseits das Ziel der Klimaneutralität verfolgen. Am Schluss wird der Pfad erarbeitet, der in Wermelskirchen im Zusammenschluss mit den beiden anderen Städten bis 2045 zur Klimaneutralität führen soll. Die Referierenden machten dabei klar, dass sie in diesem Prozess die möglichst günstigste Lösung für die Bürger im Blick haben.
Im Sommer 2026 soll die Wärmeplanung für Wermelskirchen vorliegen. Je früher die Wärmeplanung abgeschlossen ist, desto besser können wir alle uns darauf einstellen und entsprechend planen.
Viele Frage sind also noch offen: Biogas vielleicht in Hückeswagen, in Wermelskirchen eher nicht. Ob ein Zentrales Netz kommen wird, auch das ist noch nicht klar, eher werden dezentrale Lösungen – sprich Wärmepumpe, Geothermie – angestrebt. Ob Wasserstoff ein Teil der Versorgung sinnvoll sein wird, bzw. möglich ist, ebenfalls noch nicht klar. Die Gasleitungen wären in jedem Fall zu 90 % wasserstoffgeeignet. Ob Abwärme eine Rolle spielen wird, ist auch noch nicht klar.
Aber der Prozess ist ja auch noch nicht abgeschlossen!
Es gab viel Raum für Fragen, die alle ausführlich beantwortet wurden, u.a. auch von fachkundigen Gästen. Hier nur ein kleiner Ausschnitt von Antworten:
- Wer demnächst noch eine Gasheizung einbauen lässt, muss sich vom Installateur beraten lassen (Beratungsprotokoll) und erfährt dann u.a. , dass man in Schritten verpflichtet wird, zunächst einen Anteil von 15 %, dann 30 % und schließlich 60% an Biogas zu nehmen.
- Wenn Wärmepumpen angeschlossen werden, werden die Gasanschlüsse abgemeldet. Je mehr Gasanschlüsse abgemeldet werden, desto teuerer wird der Anschluss für diejenigen, die weiter Gas beziehen.
- Die Gasleitungen werden wahrscheinlich nicht rückgebaut, sondern still gelegt für mögliche zukünftige Nutzungsmöglichkeiten. Kosten für die Abmeldung des Gasanschlusses, wie in einigen Gemeiden praktiziert, ist in Wermelskirchen nicht vorgesehen.
- Die Preise für Gas und Öl werden in den nächsten Jahren sehr stark ansteigen.
- Zentrale Versorgung wird, wenn überhaupt nur in den Zentren möglich sein, in den weniger besiedelten Gebieten und den Stadträndern auf keinen Fall.
- Zu der Frage, wann sich eine Wärmepumpe rechnet, bemerkte ein kundiger Zuhörer, dass wir uns bei der Anschaffung eines Autos solche Gedanken nicht machen würden. Auch bei der Gasheizung sei diese Frage noch nicht gestellt worden.
- Wer sich noch besser informieren möchte, findet auf der Website der Stadt oder im Forum vielleicht noch ein paar Antworten.
Im Sommer 2026 wird der Abschluss der Wärmeplanung für Wermelskirchen vorgestellt. Auf dieser Veranstaltung werden auch Fachfirmen bereitstehen, um Fragen zu beantworten. Danach sind Stellungnahmen möglich.